Gemeinsamer Atemschutzworkshop: Brandbekämpfung und Menschenrettung bei Nullsicht
Dichter Rauch, keine Sicht und die ständige Notwendigkeit, schnell und präzise zu handeln – im Atemschutzeinsatz müssen sich die Trupps blind aufeinander verlassen können. Genau dieses Szenario trainierte die Ortsfeuerwehr Lehrte am letzten Samstag in einem intensiven Workshop gemeinsam mit dem 3. Zug (Ortsfeuerwehren Aligse und Steinwedel).
Unter dem Schwerpunktthema „Brandbekämpfung zur Menschenrettung“ stand vor allem das realitätsnahe Vorgehen im Innenangriff im Fokus. Um die Zusammenarbeit und die Kommunikation zu stärken, wurden die Atemschutztrupps an diesem Tag bewusst gemischt. So bildeten Lehrter Einsatzkräfte Seite an Seite mit den Kameradinnen und Kameraden aus Aligse und Steinwedel gemeinsame Trupps, um die fiktiven Einsatzszenarien zu bewältigen.
Die Bedingungen waren dabei extrem anspruchsvoll: Durch schwarze Blenden auf den Atemschutzmasken wurde eine absolute „Nullsicht“ simuliert, wie sie in stark verrauchten Gebäuden alltäglich ist. Ausgerüstet mit Hohlstrahlrohr, schwerem Brechwerkzeug (Halligan-Tool und Schlaghammer), einer Wärmebildkamera sowie Fluchthauben machten sich die Trupps an die Arbeit.
Mit verschiedenen taktischen Vorgehensweisen mussten sie sich unter diesen erschwerten Bedingungen systematisch von Raum zu Raum vorarbeiten. Auf dem Weg zum Brandherd wurde jeder Raum gewissenhaft abgesucht. Teilweise stießen die Trupps dabei auf verschlossene Türen, die mit dem mitgeführten Brechwerkzeug gewaltsam aufgebrochen werden mussten. Hierbei wurde besonders auf die korrekte Einsatztaktik geachtet: Um eine unnötige Rauchausbreitung in eigentlich noch rauchfreie Räume zu verhindern, wurden diese Türen erst geöffnet, nachdem das Feuer bereits gelöscht war – es sei denn, der Brandherd befand sich unmittelbar im Raum dahinter.
Das primäre Ziel der Brandbekämpfung ging dabei Hand in Hand mit der Menschenrettung: In dem Übungsobjekt waren zwei schwere Übungsdummys versteckt. Sobald die Trupps diese in der Nullsicht aufgespürt hatten, wurden sie ohne Verzögerung direkt aus dem Gefahrenbereich gerettet.
Am Ende des anstrengenden, aber sehr lehrreichen Ausbildungstages zogen alle Beteiligten ein rundum positives Fazit: Die zugübergreifende Zusammenarbeit funktionierte hervorragend. Die komplexen Abläufe der systematischen Raumsuche – inklusive der taktisch durchdachten, gewaltsamen Türöffnung –, des Equipment-Handlings und der schnellen Rettung unter extremen Sichtbedingungen konnten weiter gefestigt werden – für mehr Sicherheit im realen Ernstfall.







